Subiect: Die Şurianu- bzw. Orăştier Berge (beide Gebirgsstöcke gehören zu den Sebeş-Bergen) bestehen zum großten Teil aus verschiedenen kristallinen Schiefern. Dieses Gestein eignet sich im allgemeinen nicht zum Bau großer Gebäude, weil es brüchig ist, leicht spaltet und nicht richtig behauen werden kann. Trotzdem kennt man dakische, auch aus solchem Gestein errichtete Bauten. Bei der überwiegenden Mehrzahl der aus behauenen Steinen aufgeführten Burgen und bei Errichtung der Heiligtümer wurden andere Gesteinarten verwendet. Das gesamte Steinmaterial wurde - wahrscheinlich im Winter auf Ochsenschlitten - viele Kilometer weit herangebracht. Die Provenienz eines weicheren und gegenüber den Jurakalken Jüngeren Kalksteins von den dakischen Befestigungen und Zivilbauten kennt man schon seit dem Beginn des vorigen Jahrhunderts. Kommt der Andesit wahrscheinlich von der „Măgura Uroiului” (391 m, in der Nähe des Bahnknotenpunktes Simeria) oder von den „Dealurile Devei”, so wurde der Kalkstein von einem hohen, langen, im Durchbruch des Mureş-Flusses gelegenen Bergrücken, aus der Nähe der Stadt Călan gewonnen und befördert. Im Zusammenhang mit dem Baumaterial stellt sich auch das Problem seiner Datierung. Ein etwas sicherer, doch nur für gewisse dakische archäologische Fundkategorien gültiger Anhaltspunkt in diesem Sinne scheint, bis nunzu, der zu Errichtung der verschiedenen Teile des heiligen, zur großen Burg von Grădiştea Muncelului (Sarmizegetusa regia) gehörigen Bezirks verwendete Baustoff darzustellen. So z.B. kann man behaupten, die Heiligtümer aus Kalkstein seien ante Decebalum errichtet worden, die aus Andesit hingegen während seiner Herrschaft. Diese Feststellungen sind aber nur teilweisc gultig, ziemlich vage und daher ungenügend. Die Daten, über welche die Archäologie im gegenwärtigen Stand der Forschung verfügt, bringen den Gedanken nahe, daß die meisten Burgen und Befestigungen des Verteidigungssystem aus der Zeit Burebistas stammen. Demnach scheint der Komplex größtenteils in einer verhältnismäßig kurzen Zeitspanne errichtet worden zu sein. Die auffallende Ähnlichkeit zwischen den, im ersten Jh. v.u.Z. aufgeführten Mauern der befestigten Stadt Histria an der Westküste des Schwarzen Meeres und den Umfassungsmauern der kleineren Burgen und Befestigungen des dakischen Wehrkomplexes im Sebeş-Gebirge erweist einerseits ihre gleichzeitige Erbauung, also zu Burebista Zeiten, andererseits läßt sie vermuten, daß zu Bau des gesamten Verteidigungswerkes die gelernten Arbeitskräfte, Baumeister und Techniker, wohl aus den griechischen, dem dakischen König untertanen Stadt-Staaten gebracht worden seien. Mehr noch, es wäre nicht ausgeschlossen, daß es sich um ene, den griechischen Stadt-Staaten auferlegte Tributpflicht handelte. So ließe sich die Anwesenheit der zahlreichen griechischen Fachleute beim Bau und der rasche Arbeitsrhythmus am ehesten erklären.